„Dietrich Bonhoeffer“
komponiert 2006 (zum 100. Geburtsjahr von Dietrich Bonhoeffer)
„Dietrich Bonhoeffer“
von Torsten Laux
komponiert 2006 (zum 100. Geburtsjahr von Dietrich Bonhoeffer)
I. ARTIKEL: THEOLOGIE Der Vater
fünf Balladen über die Geschichte von Joseph aus dem Alten Testament, nach 1. Mose 39, 13 (Paraphrase: B. Wilhelmi) für Alt-Saxophon, Sopran und Orgel
II. ARTIKEL: CHRISTOLOGIE Der Heiland - Wer bin ich? – Von guten Mächten
1. Choral „Nun komm, der Heiden Heiland“ für Sopran, Querflöte und Orgel und Sprecher: „Wer bin ich?“
2. Gedicht „Wer bin ich?“ von Dietrich Bonhoeffer (Sprecherin) mit Alt-Saxophon und Orgel
3. Lied „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer, eg 65 mit Sopran, Querflöte, Alt-Saxophon, Sopran-Saxophon, Orgel und Gemeinde (7. Strophe)
III. ARTIKEL: EKKLESIOLOGIE Das Wunder der Kirche
Sprechmottete (drei Sprecher): Turmbau zu Babel – Das Pfingstwunder mit Sopran, Sopran-Saxophon, Orgel und Gemeinde: „Wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden“
Mitwirkende: Corinna Clasen, Anja Wahner, Burkhard Wahner (Sprecher/innen), Claudia Nüsse (Sopran), Uwe Steinmetz (Querflöte, Saxophon), Torsten Laux (Orgel)
Texte zu „Dietrich Bonhoeffer“ von Torsten Laux
PROLOG Zucht
aus „Stationen auf dem Weg zur Freiheit“ von Dietrich Bonhoeffer für Sprecher, Orgel, Schlagzeug ad libitum (Improvisation)
Sprecher(in):
1. Strophe: „Ziehst du aus, die Freiheit zu suchen, so lerne vor allem Zucht der Sinne und deiner Seele, dass die Begierden Und deine Glieder sich nicht bald hierhin, bald dorthin führen.“ 2. Strophe: „Keusch sei dein Geist und dein Leib, gänzlich dir selbst unterworfen und gehorsam, das Ziel zu suchen, das ihm gesetzt ist. Niemand erfährt das Geheimnis der Freiheit, es sei den durch Zucht.“
I. ARTIKEL: THEOLOGIE Der Vater
fünf Balladen über die Geschichte von Joseph von Barbara Wilhelmi nach 1. Mose Kapitel 39, Vers 13 und folgende
für Querflöte / Alt-Saxophon, Sopran, Orgel und Schlagzeug (ad libitum)
Sopran:
1. Ballade: „“Hier bin ich!“ … und der Vater sandte ihn zu den Brüdern, die ihn verkauften. Joseph träumte, dass Korngarben sich neigten vor ihm und Joseph träumte, dass Sonne, Mond und Sterne sich neigten vor ihm, Joseph, mit dem bunten Rock, aus Liebe vom Vater gemacht.“ 2. Ballade: „Seht, der Träumer kommt, seht, der Sanfte, zieht ihm den bunten Rock aus! Von Ferne machten sie den Plan und beschlossen, dass Träume nichts wert. Zogen den Rock der Liebe aus, tauchten ihn in Blut, schickten das rote Tuch dem Vater zurück. Der zerriss sein Kleid und wollte sich nicht trösten lassen.“ 3. Ballade: „Seht, der Träumer, weggeführt, und gefangen, deutet Träume zu Visionen, und weiß, was Gott verkündet.“ 4. Ballade: “’Hier bin ich, Jakob!’ und Gott sprach mit ihm des Nachts: ‚Ich bin der Gott deines Vaters, fürchte dich nicht! Ich bin bei dir!’“ 5. Ballade: „Und Joseph weinte und sprach zu seinen Brüdern: ‚Fürchtet euch nicht! Ihr dachtet es böse aber Gott gut. ‚Fürchtet euch nicht!’ spricht unser Gott.’“
II. ARTIKEL: CHRISTOLOGIE Der Heiland - Wer bin ich? – Von guten Mächten
1. Choral „Nun komm, der Heiden Heiland“
für Sprecher(in), Sopran, Querflöte, Orgel und Schlagzeug (ad libitum)
Sprecher(in):
„Wer bin ich?“
Sopran (Choral):
1. Strophe: „Nun komm, der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt, dass sich wunder’ alle Welt: Gott solch Geburt ihm bestellt.“ 2. Strophe: „Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein. Gott von Art und Mensch, ein Held; sein’ Weg er zu laufen eilt.“ 3. Strophe: „Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der Höll’ und wieder zu Gottes Stuhl.“ 4. Strophe: „Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar. Dunkel muss nicht kommen drein, der Glaub’ bleibt immer im Schein.“ 5. Strophe: „Lob sei Gott dem Vater g’tan, Lob sei Gottes ein’gem Sohn, Lob sei Gott dem Heiligen Geist immer und in Ewigkeit.“
2. Gedicht „Wer bin ich?“ von Dietrich Bonhoeffer
für Sprecher(in), Alt-Saxophon, Orgel und Schlagzeug (ad libitum)
Sprecher(in):
„Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle gelassen und heiter und fest wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.
Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich spräche mit meinen Bewachern freundlich und klar, als hätte ich zu gebieten.
Wer bin ich? Sie sagen mir auch, ich trüge die Tage des Unglücks gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer, der Siegen gewohnt ist. Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem, als würgte mich einer die Kehle, hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe, zittern vor Zorn über Willkür und kleinliche Kränkung, umgetrieben vom Warten auf große Dinge, ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne, müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen, matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich? Vor den Menschen ein Heuchler und vor mir selber ein verächtlich wehleidiger Schwächling? Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“
3. Lied „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonhoeffer
Improvisation nach dem Ev. Gesangbuch (EG 65)
für Sopran, Querflöte, Alt-Saxophon, Sopran-Saxophon, Orgel, Gemeinde (7. Strophe) und Schlagzeug (ad libitum)
Sopran:
1. Strophe: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.“ 2. Strophe: „Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.“ 3. Strophe: „Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids gefüllt bis an den Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.“ 4. Strophe: „Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann woll’n wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.“ 5. Strophe: „Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.“ 6. Strophe: „Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.“
Gemeinde:
7. Strophe: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
III. ARTIKEL: EKKLESIOLOGIE Das Wunder der Kirche
Sprechmottete für drei Sprecher(innen): „Turmbau zu Babel“ – „Das Pfingstwunder“
für Sopran (ab „PFINGSTEN“ im Pfingstwunder), Sopran-Saxophon (ab „BRAUSEN“ im Pfingstwunder), Gemeinde (Schlussworte): „Wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden“, Orgel und Schlagzeug (ad libitum)
Turmbau zu Babel (1. Buch Mose, Kapitel 11, Verse 1-9)
1. Sprecher(in):
„Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Sinear und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasset uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an en Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.“
2. Sprecher (in):
„Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.“
3. Sprecher (in):
„Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehret werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.“
1. / 2. / 3. Sprecher(in) im Kanon:
„Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe! So zerstreute sie der Herr von dort in alle Lande, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.“
Das Pfingstwunder (Apostelgeschichte Kapitel 2, Verse 1–11)
1. Sprecher(in): 2. Sprecher(in):
„Und als der Tag der PFINGSTEN erfüllt war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein BRAUSEN vom Himmel wie eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und sie wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen in andern Zungen, wie der Geist ihnen gab, auszusprechen.
3. Sprecher(in):
„Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist.“
„Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; den ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.“
1. Sprecher(in):
„Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?“
2. Sprecher(in):
„Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darin wir geboren sind?“
3. / 2. / 1. Sprecher(in) im Kanon:
„Parther und Meder und Elamniter und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, in Pontus und der Landschaft Asien, Phrygien und Pamphylien, in Ägypten nd der Gegend von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.“
Alle Sprecher gemeinsam (unisono):
„Wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.“
Alle Sprecher und Gemeinde gemeinsam (unisono):
„Wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.“
Sopran dazu (ab „Pfingsten“):
Pfingst-Hymnus „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ (EG 126)
1. Strophe: „Komm, Gott Schöpfer Heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll’, denn du weißt, dass sie dein’ Geschöpfe sein.“ „a …“