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Hommage à Carl von Ossietzky für fünf Gitarren

für fünf Gitarren

Erläuterungen zu

„Hommage“

ausführliche Originalfassung und leichter spielbare Kurzfassung

für fünf Gitarren

„Hommage“ ist für zwei hohe und zwei tiefe solistische Gitarrenstimmen (in der Partitur steht die höchste Solostimme ganz oben, die tiefste ganz unten) und eine harmoniegebende Gitarrenstimme (in der Partitur als 3. Gitarre im mittleren System) konzipiert. Die 4. Gitarre lässt – als roter Faden, der das ganze Stück durchzieht – immer wieder Motive aus dem umfangreichen Hauptthema (in der Originalfassung: Takte 8 bis 39, in der Kurzfassung: Takte 2 bis 33) anklingen. Dazu sind kaleidoskopartig andere musikalische Ideen angeordnet. In der Originalfassung werden die prominentesten Themen in mindestens jeweils zwei voneinander getrennten Abschnitten unterschiedlich ausgearbeitet. Die wichtigsten Verarbeitungstechniken sind Variation des (modalen) Tonmaterials und Imitation (Kanon). Das Spiel mit kleinen Veränderungen mag entfernt an Prinzipien der „minimal music“ erinnern, weitere spürbare Einflüsse entstammen Folklore (Klezmer), Jazz und Rock. Durch eine individuelle und innovative Neukombination solcher Elemente entsteht ein charakteristischer “cross over“ - Stil, der Neugier und Klangempfinden wecken und fördern soll, ohne dabei auf kompositorischen Anspruch zu verzichten.

Im Kontrast zum robusten und kämpferischen Anfangs- und Schlussthema „ritmico e energico“ in e (dieses Hauptthema wird zu Beginn zusätzlich durch ein scheinbar ziellos suchendes Duett, das jedoch in der Kurzfassung wegfällt, eingerahmt) steht das traurige, elegisch klagende „Largo“-Thema in b (im Tritonus-Abstand zur Grundtonart, in der Kurzfassung erklingt jedoch nur die spätere Wiederaufnahme als „Larghetto“ in der Grundtonart e).

Im zentralen meditativen Mittelteil „Cantabile e espressivo“ entfaltet sich ein subtiles Geflecht aus quasi improvisatorischen Ornamenten, Motiven aus dem Hauptthema, neuen Melodiegebilden und ausdrucksstarken Akkordbrechungen der 3. Gitarrenstimme. Diese Akkordbrechungen werden in einem weiteren kürzeren Abschnitt („…poco ritenuto“, nur in der Originalfassung) nach E-Dur aufgehellt, dazu findet sich hier nur noch die 4. Gitarrenstimme mit einer Wiederaufnahme des wichtigsten neuen Melodiegebildes (Taktende 82 bis Takt 89 in der 1. Gitarrenstimme), dessen Anfangstöne (Takt 82 bzw. hier: Takt 111) an das Initium (in der Originalfassung: Takt 8, Kurzfassung: Takt 2) und ein späteres Motiv (Takt 16, Kurzfassung Takt 10) aus dem Hauptthema erinnert. Diese Verwandtschaft zeigt sich auch im direkten Vergleich mit der 4. Gitarrenstimme (Takte 83 bis 86 und 103 bis 106).

In der Originalfassung folgt darauf noch eine tumultartige durchführungsartige Steigerung mit Motiven des Hauptthemas, unterbrochen durch die Wiederaufnahme des 2. Themas (jetzt „Larghetto“), danach wird die Steigerung des Anfangsthemas noch bis zum apodiktisch überhöhten Schluss fortgesetzt (so auch in der Kurzfassung).