Musik aus Frankreich und Improvisation
mit Torsten Laux, Düsseldorf
PROGRAMM:
Eugène Gigout (1844-1925):
Toccata si mineur, Scherzo mi majeur aus: 10 Pièces pour Orgue
Charles-Marie Widor (1844-1937):
Andante sostenuto aus: Symphonie gothique op. 70 pour Grand Orgue
Louis Vierne (1870-1937):
Feux follets aus: Pièces de Fantaisie pour Grand Orgue (Deuxième suite, op. 53)
Toccata aus: Pièces de Fantaisie pour Grand Orgue (Deuxième suite, op. 53)
Impromptu aus: Pièces de Fantaisie pour Grand Orgue (Troisième suite, op. 54)
Cathédrales aus: Pièces de Fantaisie pour Grand Orgue (Quatrième suite, op. 55)
Marcel Lanquetuit (1894-1985):
Toccata en Ré Majeur
Allegro moderato
pour Grand Orgue
Marcel Dupré (1886-1971, zum 30. Todesjahr):
Prèlude et Fugue (g-moll) op. 7/III (1912)
Vivace - Vif
Prèlude et Fugue (H-Dur) op. 7/I (1912)
Animato - Un peu moins vite
Gaston Litaize (1909-1991, zum 10. Todesjahr):
Prière aus: Douze Pièces pour Grand Orgue
Improvisation über Themenwünsche aus dem Publikum
Louis Vierne (1870-1937):
Final aus: 1re Symphonie pour Grand Orgue op. 14
Der Einfluss der romantischen Klaviermusik führte in Frankreich zur Ausbildung eines virtuosen Orgelstils. Die Klaviertoccata von Robert Schumann war das Vorbild für effektvolle Orgeltoccaten von Widor bis Guillou, Charakterstücke von Schumann oder Mendelssohn-Bartholdy finden ihre Fortführung in Sammlungen von Konzertstücken Gigouts oder Viernes.
Gleichzeitig beeinflusste die Entfaltung des romantischen Orchesterapparates Orgelbau und Orgelkomposition im Sinne eines „symphonischen“ Klangideals. Die dynamische Bandbreite und klangfarbliche Differenzierung belebten den Orgelklang, der berühmte französische Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll schuf den Typ der symphonischen französischen Kathedralorgel, der heute noch Vorbild für viele Orgelneubauten gerade auch in Deutschland ist.
Die Spielweise der Organisten, die meist auch improvisierten und komponierten, passte sich der romantischen Ästhetik an: Pianistischer, geschmeidiger und kraftvoller Gestus, singende legato-Bögen und seelenvolles Spiel verliehen der Orgel lebendigen Ausdruck. Der Bogen des Programms spannt sich von Gigout bis Litaize - neben sehr bedeuteunden Hauptvertretern der symphonischen französischen Orgelmusik der Schulen von Ste. Sulpice (Charles-Marie Widor und Marcel Dupré) und Notre-Dame (Louis Vierne) finden sich Stücke des weniger bekannten Marcel Lanquetuit (Schüler von Eugène Gigout und Albert Dupré, dem Vater Marcel Duprés) und von Gaston Litaize, dessen ausgeprägter Personalstil bereits in die Moderne hineinragt.