Schalom
in drei Sätzen
Psalm 137 - Psalm 23 - Schalom chaverim
Schalom (Frieden) ist eine Meditation über von Menschen verschuldeten Unfrieden und Hoffnung auf Frieden als göttliche Gabe. Die Erinnerung an gegenseitig zugefügtes und erlittenes Unrecht und die Unfähigkeit zur Vergebung führen zu einem Kreislauf anhaltender Verbitterung, den wir Menschen aus eigener Kraft kaum auflösen können. Von der Klage darüber ist der orientalisch gefärbte 1. Satz, inspiriert von Psalm 137, erfüllt – dagegen lässt der 2. Satz (Psalm 23) mit dem Rhythmus einer Pastorale eine hoffnungsvolle Szene in einer blühenden Landschaft vorüberziehen - nur kurz verdunkelt im finsteren Tal … - , bevor die langsame Einleitung zum 3. Satz klagende und anklagende Gesten aus dem 1. Satz miteinander verwebt und verdichtet - bis hin zu einem 10-tönigen Cluster, der sich schließlich in eine jazzige Dominante auflöst. Danach taucht eine folkloristisch anmutende Hirten-Melodie auf, die durch ständige eindringliche Wiederholung den Friedenswillen der Völker heraufbeschwören soll, unterlegt von Martin Luther’s ökumenischem Friedenslied Verleih uns Frieden, gnädiglich (nach der frühmittelalterlichen Antiphon Da nobis pacem aus dem 9. Jahrhundert) und außerdem noch verwoben mit dem volkstümlichen israelischen Friedens-Lied Schalom chaverim (im Kanon zwischen Solostimme und Orgelbegleitung).